Buchinfo zu „Todesgott“
Der Reporter Einar wird vom Reykjavíker Abendblatt in die Provinz versetzt: In Akureyi, einem Kaff im Norden Islands soll der Eigenbrödler eine Lokalredaktion mit aufbauen. An die Seite stellt man ihm die lesbische Fotografin Jóa, deren Gesellschaft Einar sehr schätzt. So öde, wie der Journalist zunächst meint, ist die Provinz gar nicht: Erst kommt die Gattin des Süßwarenfabrikanten bei einer Wildwasserfahrt ums Leben, und eine Informantin steckt Einar, dass ihr Tod kein Unfall gewesen sei. Dann findet man die Leiche eines Schülers auf der Müllkippe: Skarphédinn wurde in einem Hexenkostüm verbrannt.
Einars Recherchen ergeben, dass der Jungschauspieler nicht nur Freunde hatte. In Windeseile spinnt der Lokalreporter ein Informantennetz und fräst sich investigativ in die verkrusteten Strukturen von Akureyi. Durch Einars Augen betrachtet, erleben die Leser nicht nur eine spannende Detektivgeschichte. Sie gewinnen auch ein realistisches Bild des isländischen Alltagslebens und der gesellschaftlichen Umbrüche auf der Insel.
Árni Thórarinssons Krimi mit dem sarkastischen Journalisten Einar ist von amerikanischen Detektivgeschichten à la Raymond Chandler und von gesellschaftskritischen skandinavischen Romanen inspiriert, hat aber auch psychologische Züge. Der isländische Autor erzählt seinen Roman aus der Ich-Perspektive und in selbstironischem Tonfall.


