Roderick Anscombe: „Verschwunden“

März 2009

Wie weit darf man gehen, um ein Kind zu retten? Dr. Paul Lucas, Gerichtspsychiater in Boston, spielt auch im neuen Thriller von Roderick Anscombe die Hauptrolle. Mit raffinierten Verhörmethoden analysiert er schwere Jungs im Hochsicherheitstrakt. Als die achtjährige Danielle verschwindet, steht er vor einer menschlichen Katastrophe – und einer unmenschlichen Entscheidung. Manchmal sind nicht nur kleine Mädchen von der Bildfläche „verschwunden“, sondern auch Autoren. Deshalb diesmal ausnahmsweise ohne Autoreninterview!

Inhalt des Podcast

  1. Einleitung
  2. Hörprobe
  3. Autorenporträt
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2 Reaktionen zu „Roderick Anscombe: „Verschwunden““

  1. Von Cordula Kiefer

    So nun habe ich “Verschwunden” auch durch. In meinem Kommentar bin ich ehrlich gesagt hin und her gerissen. Geschrieben ist es gut. Und beinahe würde ich auf den total bescheuerten Satz unserer lieben Deutschlehrer zurück greifen, der da lautet: “Was will uns denn der Autor damit sagen….”

    Was mich dazu bringt? Nun die nette Einschätzung die hinten auf dem Buchdeckel steht: “Absolut an der Spitze… das Buch zählt zu den besten seiner Gattung.” Quelle: Literaturen
    Ich hab dann nochmal vorn drauf schauen müssen um fest zu stellen das mit ” seiner Gattung” Psychothriller gemeint sind. Mhhhh. Ich behaupte nochmal das Buch ist gut geschrieben. Aber Psychothriller ist ein bissl weitläufig der Rahmen… Gehört zu den besten seiner Gattung - ist ein nettes Sprüchlein dehnbar wie Gummi und ich weiß nicht so Recht ob ein Autor den so unbedingt gerne hört. Das ist so wischi waschi. “Verschwunden” ist eher ne Art “Untergattung” von Psychothriller. Eine in der eine bestimmte Seite eines Beteiligten genauer beleuchtet wird. Dr. Lucas, die Ich-Person des Buches , seine gedanklichen, psychischen Zwiespalte werden zur Sprache gebracht. Nachdem der eigentliche Vermisstenfall schon am Anfang des Buches ziemlich klar ist und eigentlich an der Schreibweise - zumindest unsereinem - klar ablesbar ist, dass das Entführungsopfer überleben wird, war mir klar wo der Hase hin läuft. Dass das Ganze eine Psychoprobe für den guten Doc wird. Allerdings muss ich sagen, erscheint sie mir nicht sehr realistisch, weil ich zugegebener Maßen glaube, dass im Realismus schon früher guter Bulle - böser Bulle gespielt wird… Auch die Aufhängergeschichte für das Aus der Lucasschen Ehe… dieser Prinzipienstreit, scheint mir ein wenig an den Haaren herbei gezogen. Auf der einen Seite wird Dr. Lucas dargestellt wie der Typ der unbedingt und mit allen Mitteln das Kind finden und retten will, auf der anderen Seite reitet er vor seiner Frau Abby auf den Prinzipien herum, die er im Geist längst über den Haufen geworfen hat, immer mit dem sicheren Wissen, dass er damit die Ehe mit der Frau die er liebt vollends zerstört…. Da wäre noch einiges an Ungereimtheiten was ich da aufzählen könnte, aber ihr Lieben - lest selbst!

    Ich finde den Ansatz an sich gut, Dr. Lucas durchaus eine sympathische Person, aber wenn Roderick Anscombe ein bissl mehr Zeit zum Schreiben gehabt hätte, würde dieser Roman nicht so wie auf der Flucht daher kommen.
    Also nach wie vor behaupte ich das Buch ist gut geschrieben. Aber ein Psychothriller war es für mich nicht.
    Vielleicht bin ich nur etwas anderes gewöhnt, nach dem ich ein Fitzek-Leser bin und dort den Thrill in jeder Seite lauern sehe… oder nachdem ich drei bluttriefende Cody Macfadyen Thriller gelesen habe und der Meinung bin, das ein Thriller - Autor jede Menge böses psychotisches Gedankengut zu denken in der Lage sein muss …. - er lässt die Opfer nicht mehr immer überleben - die heutigen Leser brauchen mehr!!! Aber jetzt lese ich ja “Todesbräute” und ich weiß schon nach den ersten 100 Seiten, dass ich mir das andere Buch von Karen Rose auch kaufen werde, da sind die Leichen und Geheimnisse drin aus denen Thriller gemacht werden…. Achja das wars dann auch noch: Dr. Lucas fehlten die Geheimnisse - er ist ein offenes Buch - das geht nicht an für einen Psychothriller….

  2. Von Sven

    Hey Ho,

    hört sich schon interessant an, allerdings finde ich die Folter-Methode doch schon extrem, wie kommt ein Autor auf sowas?

    viele grüße

    sven

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